Reinigung Drasselklappe

      Reinigung Drasselklappe

      Da ich jetzt nach 17 Jahren auch mal die Drosselklappe wirklich tief reinigen musste, schreib ich doch glatt mal eine Anleitung dazu. Die Anwendung geschieht natürlich auf eigenen Gefahr.

      ​Ich lasse mal aus, wie man die Drosselklappe ausbaut und auch wieder einsetzt. Wer das nicht weiß, der sollte die Hände von der Reinigung lassen.

      ​Nachdem die Drosselklappe vor einem liegt, sprüht man mit einem guten alten Kalkreiniger oder Sanitärgrundreiniger alles schön ein. Dabei sollte man die Verbindung zwischen Kunststoffgehäuse und Metall vorläufig außen vor lassen. Bewähr hat sich bei mir Wacid. Das ist ein etwas schärferer Sanitärgrundreiniger, der auch in Hotels Anwendung findet. Ich hab die DK von außen mit der Zahnbürste geschruppt, bis die Finger nicht mehr dreckig waren nach dem Anfassen. Erst danach habe ich auch innen eingesprüht und mit der Zahnbürste geschruppt. Dabei habe ich die Klappe mit dem Finger aufgehalten. Nachdem eine Seite der Klappe sauber war, habe ich die Position gewechselt und die andere Seite geschruppt.
      ​Zuletzt habe ich auf die Plastikkappe eingesprüht und hier möglichst sparend gesäubert, damit möglichst keine Flüssigkeit in das Innere eindringt. Anschließend alles schön abgespült und für 30 Minuten bei 100 Grad in den Backofen - zum trocknen.

      Bis jetzt nix neuen, aber jetzt geht es weiter.

      ​Die Halteklammern der Plastikkappe habe ich von der Plastikseite her (mit Gewalt) ab gehebelt. Einmal ringsum. Die Klammern gehen dabei nicht kaputt und ihre Funktion wird auch nicht vermindert. Anschließend den Deckel ganz gerade abgezogen. Also zuerst mit einem Schraubendreher den Rand entlang ab gehebelt und anschließend abgezogen. Der Deckel darf nur nicht verkanten!!!

      Zum Vorschein kann das hier:



      Das mittlere Zahnrad kann man einfach heraus nehmen, um das Gehäuse von innen trocken zu reinigen. Dazu habe ich lediglich einen kleinen Haarpinsel genommen und nur das bisschen "Kohlestaub" von der Leiterbahn entfernt. Das Zahnrad sollte nur in Endposition entnommen werden und auch die Klappe während der Reinigung nicht manuell geöffnet werden. Im Anschluss kann noch der Rand, wo das Plastikgehäuse aufliegt etwas von der Korrosion befreit werden. Das war es aber auch schon. Es wird nix gefettet oder geölt.

      Nun schauen wir uns das Übel allen Übels an. Die Leiterbahn im Deckel:



      Leider kratzen die Abnehmer so auf der Bahn rum, dass sich dort mit der Zeit richtige Riefen bilden. Der Kohlestaub bewirkt auch Spannungsschlüsse zwischen den einzelnen Bahnen, so dass die Signale nicht mehr sauber am Steuergerät ankommen.
      Ich habe also zuerst vorsichtig zwischen den Bahnen, mit der blauen Seite von einem Radiergummi, den Kohlestaub entfernt. Anschließend habe ich einen weichen weißen Radiergummi genommen und die Bahnen selbst wieder geglättet und vom losen Kohlestaub befreit.



      Nun waren zwar die Bahnen wieder einigermaßen OK, aber es waren auch Reste von Radiergummi vorhanden. Somit habe ich ein Taschentuch mit Bremsenreiniger eingesprüht und die Bahnen vorsichtig gesäubert. Heraus am eine saubere glatte Bahn, die die nächsten 5 Jahre mindestens halten wird.



      Zuletzt habe ich noch kurz den Dichtgummi aus dem Deckel genommen und neu gefettet. Leider wird Gummi mit der Zeit porös und verliert die Weichmacher. Fett wirkt dem leicht entgegen. Danach wieder an seine Position und die Drosselklappe wieder vorsichtig zusammenbauen. Den Deckel vorsichtig und gerade Aufschieben, nicht mit Gewalt und er darf nicht verkanten. Die Clips werden zuerst auf der Kunststoffseite angebracht und dann über die Metallseite gedrückt, bis sie fest sitzen. Nur als Tipp, die Clips sind alle gleich groß!!!

      Da ich die Klappe eh draußen hatte, habe ich mich daran gemacht, eine eigene Dichtung aus temperaturfestem Silikon zu fertigen. Die Metalldichtung ist mir einfach nix. Da lobe ich mir 400 Grad festes Silikon in 2mm Stärke. Ich hab einfach die Form von der DK übernommen, auf die Platte übertragen und ausgeschnitten:



      so liegt sie auf der DK auf und ist montagefertig:




      Wie ich bereits schrieb, Nachahmung auf eigene Gefahr.
      Wenn es anständig werden soll, dann mache ich es selbst.
      Wenn es VW könnte, wären wir nicht hier.
      Ich bin kein Schrauber, ich bin Individualist, sonst wüsste ich ja, was ich mache.
      Na gut, da ich einfach mal Perfektionist bin, habe ich beim Ausbau der Reserve-Drosselklappe gleich die Dichtung abgenommen und auf die Silikonscheibe übertragen.



      Und danach einfach mal ausgeschnitten:



      Anschließend muss natürlich alles noch fein herausgearbeitet werden, so dass auch die Bolzen durch die Löcher passen und die Drossel nicht behindert wird.



      Zuletzt muss noch die im Bild obere linke Ecke ausgeschnitten werden, damit der Lappen auch wirklich passt:



      Was soll ich sagen, es passt, alles ist Dicht und der Wagen macht endlich keine Zicken mehr.
      Wenn es anständig werden soll, dann mache ich es selbst.
      Wenn es VW könnte, wären wir nicht hier.
      Ich bin kein Schrauber, ich bin Individualist, sonst wüsste ich ja, was ich mache.